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Cover Image source: KME

Kreis Mettmann

Der Kreis Mettmann liegt inmitten des Ballungsraums zwischen den Großstädten Köln, Düsseldorf, Duisburg, Mülheim, Essen, Wuppertal, Solingen und Leverkusen und ist mit rund 485.000 Einwohner:innen der Kreis mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Deutschland. Seit 1976, nach Abschluss der kommunalen Neugliederung, vereint der Kreis Mettmann auf einer Fläche von etwa 407 Quadratkilometern zehn Städte unterschiedlicher Größe und Struktur: Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld, Mettmann, Monheim am Rhein, Ratingen, Velbert und Wülfrath. Die räumliche Nähe zu mehreren wirtschaftsstarken Metropolräumen sowie die gute verkehrliche Anbindung führen zu einem anhaltend hohen Siedlungs- und Nutzungsdruck. Entsprechend ist ein erheblicher Anteil der Kreisfläche durch Siedlungs- und Verkehrsflächen geprägt, während landwirtschaftliche Nutzungen und naturnahe Freiräume wichtige ökologische Ausgleichsfunktionen übernehmen.

  • Basisinformationen

    Federal state
    Nordrhein-Westfalen
    Official municipality key
    05158000
  • Gebietsgrenze

  • Chancen und Herausforderungen für nachhaltige Entwicklung

    Die polyzentrale Struktur des Kreises Mettmann bringt spezifische Herausforderungen mit sich: Anders als in monozentral geprägten Städten müssen Entwicklungsprozesse interkommunal abgestimmt und räumlich differenziert gestaltet werden. Gleichzeitig bestehen enge funktionale Verflechtungen mit den umliegenden Großstädten, insbesondere im Bereich Arbeitsmarkt, Pendlerverkehre und Wohnraumnachfrage. Diese Dynamiken führen zu einer zunehmenden Flächenkonkurrenz zwischen Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Freiraumschutz.

    Wirtschaftlich ist der Kreis Mettmann traditionell durch einen vielfältigen Branchenmix geprägt. Neben industriellen Kernen – insbesondere in der Metallverarbeitung, im Maschinenbau und in der Zulieferindustrie – haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt Dienstleistungssektoren, Logistik sowie technologieorientierte Unternehmen etabliert. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kreises ist insgesamt hoch, steht jedoch im Kontext übergeordneter Transformationsprozesse: Digitalisierung, Dekarbonisierung und der Wandel globaler Lieferketten verändern die Anforderungen an Unternehmen, Beschäftigte und Infrastrukturen. Gerade mittelständisch geprägte Wirtschaftsstrukturen stehen vor der Aufgabe, Innovationsfähigkeit und Nachhaltigkeit stärker miteinander zu verknüpfen.

    Parallel dazu sieht sich der Kreis Mettmann, ebenso wie viele andere Regionen in Deutschland, mit tiefgreifenden gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen konfrontiert. Der demografische Wandel zeigt sich in einer alternden Bevölkerung bei gleichzeitig regional differenzierten Wanderungsbewegungen. Die Anforderungen an bezahlbaren Wohnraum steigen, ebenso wie die Bedeutung sozialer Infrastruktur und gleichwertiger Lebensverhältnisse innerhalb des Kreisgebiets.

    Im Bereich Umwelt und Klima ergeben sich besondere Herausforderungen aus der dichten Besiedlung, der hohen Verkehrsbelastung sowie den begrenzten Flächenressourcen. Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung müssen vor diesem Hintergrund integriert und interkommunal abgestimmt umgesetzt werden. Hierzu gehört neben der Reduktion von Treibhausgasemissionen auch die Sicherung von Frischluftschneisen, der Umgang mit Starkregenereignissen und Hitzeperioden. Gleichzeitig bieten vorhandene Grünzüge, Wälder und Landschaftsräume wichtige Potenziale für Biodiversität, Naherholung und klimatische Ausgleichsfunktionen, die es langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln gilt. Eine hervorragende Grundlage hierfür bietet die ausgewiesenen Natur- und Landschaftsschutzgebiete, welche bereits 44 Prozent der Kreisfläche ausmachen.

    Eine weitere zentrale Herausforderung liegt in der Mobilitätsentwicklung. Als Teil einer hochvernetzten Metropolregion ist der Kreis Mettmann stark von Pendlerverflechtungen geprägt. Der motorisierte Individualverkehr dominiert vielerorts weiterhin das Mobilitätsverhalten, während der Ausbau nachhaltiger Verkehrsangebote vorangetrieben werden muss, um Klimaziele zu erreichen und die Lebensqualität zu erhöhen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierzu auf dem öffentlichen Personennahverkehr sowie dem Radverkehr.

    Diese vielfältigen Ausgangslagen verdeutlichen, dass die zukünftige Entwicklung des Kreises Mettmann eine strategische und integrierte Ausrichtung erfordert. Ziel ist es, die ökonomische Stärke des Kreises zu sichern und weiterzuentwickeln, gleichzeitig ökologische Belastungsgrenzen zu berücksichtigen und soziale Teilhabe zu gewährleisten. Nachhaltigkeit wird dabei als übergreifendes Leitprinzip verstanden, das alle Handlungsfelder – von Wirtschaft und Arbeit über Mobilität und Klima bis hin zu Bildung und Umwelt – miteinander verbindet.

    Der Kreis Mettmann hat bereits in verschiedenen Bereichen wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung gesetzt, beispielsweise durch die Implementierung eines Klimaschutz- und Klimaanapassungsmanagements, das Vorantreiben interkommunaler Kooperation sowie in der Förderung nachhaltiger Mobilität. Auch ist der Kreis Mettmann seit 2024 Zeichnungskommune der Musterresolution "Agenda 2030 – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten" des Rats der Gemeinden und Regionen Europas. Die Herausforderung besteht nun darin, diese bestehenden Aktivitäten stärker zu bündeln, strategisch auszurichten und in einen konsistenten Handlungsrahmen zu überführen.

    Vor diesem Hintergrund gewinnt die Entwicklung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie auf Kreisebene besondere Bedeutung. Sie soll als Orientierungsrahmen dienen, um langfristige Ziele zu definieren, Zielkonflikte transparent zu machen und Prioritäten für zukünftige Maßnahmen zu setzen. Dabei kommt der interkommunalen Zusammenarbeit eine zentrale Rolle zu, da viele Herausforderungen – etwa im Bereich Flächenmanagement, Verkehr oder Klimaanpassung – nur gemeinsam wirksam adressiert werden können.

    Darüber hinaus wird angestrebt, die Nachhaltigkeitsstrategie eng mit bestehenden Steuerungsinstrumenten des Kreises zu verknüpfen, insbesondere mit der Haushaltsplanung, dem Berichtswesen sowie regionalen Entwicklungsprogrammen. Ziel ist es, Nachhaltigkeit systematisch in politische und administrative Entscheidungsprozesse zu integrieren und so eine langfristig tragfähige, resiliente und lebenswerte Entwicklung des Kreises Mettmann zu gewährleisten.

  • Image source: LAG21 NRW

  • Kommunale Nachhaltigkeitsstrategie

    Im Rahmen des neuen Projektes „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“ begleitet die LAG 21 NRW den Kreis Mettmann seit 2025 als eine von zehn Kommunen in NRW bei der Entwicklung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die partizipative Erarbeitung von Leitbildern, Zielen und Maßnahmen soll die sozial-ökologische Transformation auf Kreisebne vorangetrieben und ein wirkungsorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement etabliert werden. Dies ermöglich ein integratives Denken und Handeln über Fachdisziplinen und Akteursgruppen innerhalb der Verwaltung sowie Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Bildung hinweg. Die Finalisierung der Strategie ist für den Sommer 2026 geplant.

  • Mit Konzept für eine zukunftsfähige Entwicklung

  • Globale Ziele, Lokale Taten - Engagement vor Ort

  • Strukturvorlagen

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